Anti-Atom – n i g r a https://nigra.noblogs.org anarchistisch / optimistisch / dunkelschwarz Sat, 19 Oct 2024 07:52:17 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=7.1 https://nigra.noblogs.org/files/2017/08/cropped-still-loving-linksunten-32x32.png Anti-Atom – n i g r a https://nigra.noblogs.org 32 32 Atommüll-Alarm! Kundgebungen am 9.11. in Karlsruhe und Philippsburg https://nigra.noblogs.org/post/2024/10/19/atommuell-alarm-kundgebungen-am-9-11-in-karlsruhe-und-philippsburg/ Sat, 19 Oct 2024 07:52:15 +0000 https://nigra.noblogs.org/?p=3752 Weiterlesen ]]> [Originalbeitrag von Anti-Atom Südwest auf antiatom.net]

Vor 40 Jahren am 8. Oktober 1984 gab es den ersten Atommülltransport in das Zwischenlager Gorleben. Seit dem ersten Atommülltransport gab es auch immer Widerstand und Proest dagegen und das nicht nur im Wendland sondern auch auf der Strecke u.a. in der Pfalz.

Könnt ihr euch noch an die Massenproteste bei CASTOR-Transporten erinnern, z.B. als 2010 in Berg (Pfalz) ca. 1.500 Menschen auf den Gleisen saßen und den CASTOR von La Hague nach Gorleben erfolgreich blockierten? Es war ein Akt des Empowerments und er hat politisch Weichen gestellt.

Jetzt ist es wieder so weit, wir erwarten vor Jahresende 2024 einen CASTOR-Transport von La Hague (F) nach Philippsburg (ca. 30 km nördlich von Karlsruhe), genauer Termin – unbekannt, wir hoffen darauf, dass was durchsickert.

Als Anti-Atom-Bewegte werden wir nicht still zusehen wie dieser unnötige und gefährliche Atommülltransport von statten geht. Uns ist es ein wichtiges Anliegen, dass die Bevölkerung davon Kenntnis erhält, dass hochradioaktiver Atommüll durch dicht bewohntes Gebiet, für viele an der Haustür vorbei, rollt. Dieser Transport ist unnötig und gefährlich. Wir fordern, dass der hochradioaktive Atommüll in La Hague so lange bleibt, bis ein Endlager gefunden ist und er direkt dort hingefahren wird. Nicht von A nach B und dann nach C, diese Risiken sind unnötig und können vermieden werden.

Solange in Karlsruhe am Joint Research Center an der nächsten Generation von Brennelementen für AKWs geforscht wird, solange in Lingen (NRW) Brennelemente für AKW hergestellt und in Gronau (NRW) Uran angereichert wird, solange Atomforschungsreaktoren wie in Garching (Bayern) weiterlaufen und wie im Fall Schacht Konrad auf unsichere Lager für Atommüll gesetzt wird, solange ist unser Protest und Widerstand gegen Atomenergie notwendig. Atomenergie ist teuer, gefährlich und nicht Klimaneutral.

Die Anti-Atom-Bewegung in Süddeutschland ruft zum gemeinsamen Protest gegen den anstehenden CASTOR-Transport auf. Da wir den genauen Termin nicht wissen, veranstalten wir am Sa. 09. Nov. 2024 eine gemeinsame Anti-Atom-Protestfahrt vom Karlsruher Hbf nach Philippsburg.
Kommt mit, schließt euch uns an. Bringt eure Anti-Atom-Fahnen, Trommeln, Pfeifen usw. mit. Lasst uns laut und bunt sein. Die Presse wird von uns eingeladen.

Anti-Atom-Protest: Samstag, 09.November 2024

  • Kundgebung um 11:30 Uhr vor dem Karlsruher Hbf, mit Redebeiträgen zum CASTOR-Transport, Zwischenlagerproblematik die zu Langzeitlagern werden, Fehlendes „End“lager und Energiewende.
  • Gemeinsame Fahrt mit dem Zug nach Philippsburg
    Abfahrt KA Hbf 12:28 Uhr, Ankunft Philippsburg 12:59 Uhr
  • Demo vom Bahnhof Philippsburg zum Marktplatz, dort Kundgebung, gemeinsame Rückfahrt.

Mobilisieren

Plakate in Din A2 zum Atommüll-Alarm und zur Zug-Aktion am 9. November könnt Ihr ab sofort formlos und kostenlos bei uns per Email bestellen. Benutzt hierfür unser⏵Kontaktformular und vergesst Eure Anschrift nicht!
Natürlich freuen wir uns auch über Spenden zur Unkostenbeteiligung. Danke!

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Bücher lesen: Die Klimakrise und der Global Green New Deal https://nigra.noblogs.org/post/2023/05/07/buecher-lesen-die-klimakrise-und-der-global-green-new-deal/ Sun, 07 May 2023 06:49:21 +0000 https://nigra.noblogs.org/?p=3539 Weiterlesen ]]> Noam Chomsky, Robert Pollin und C.J. Polychroniou gehen in dem 2021 beim Unrast Verlag erschienenen Buch Die Klimakrise und der Global Green New Deal der Frage nach, wie die Klimakatastrophe anhand eines weltweiten Umbaus der Energiewirtschaft aufgehalten werden kann.

Das 145 Seiten umfassende Buch ist ein Interview, in dem der Politikwissenschaftler und Volkswirt Polychroniou dem Anarchisten Chomsky und dem Wirtschaftswissenschaftler und Sozialisten Pollin Fragen zum Thema Klimakrise und zu Pollins Vorschlag zu einem Global Green New Deal stellt.

Pollin stellt seinen Vorschlag gründlich und gut verständlich dar. Dieser Vorschlag ist weder radikal noch antikapitalistisch sondern nüchtern und pragmatisch immer unter der Prämisse, dass wir nur noch wenig Zeit haben, um die Klimakatastrophe abzuwenden. Weder fordert er eine sofortige Abkehr vom Kapitalismus noch die soziale Weltrevolution in den nächsten zehn Jahren. Ich halte das für zielführend und die globale Lage für realistisch einschätzend: Wir werden in der uns verbleibenden Zeit weder den Kapitalismus überwinden noch die Weltrevolution erleben. Darum müssen wir, wenn wir wollen, dass die Menschheit überlebt und eines Tages in freien Gesellschaften leben kann, pragmatisch handeln. Und das auf globaler Ebene so schnell wie möglich. Das ist schon schwer genug.
Chomskys Beiträge beschränken sich eher auf unterstützende Ergänzungen, die aber immer wieder Pollins Ausführungen ins Gesamtbild einordnen. Natürlich kommen die seit Jahrzehnten von ihm bekannten, aber deswegen nicht falschen Kritikpunkte an der Innen- und Außenpolitik der USA zum Tragen.

Pollin zeigt, dass es rein monetär betrachtet einen lächerlich geringen Betrag der jährlichen globalen Geldmengen braucht, um die Weltwirtschaft auf erneuerbare Energien umzustellen. Und hier liegt auch ein Hauptaugenmerk des Deals: Die Weltwirtschaft muss ihre benzinbetriebenen Verbrennungsmotoren, ihre kohleverbrennenden Kraftwerke und ihre gasbetriebenen Heizungen auf eine Energiegewinnung umstellen, die zu hundert Prozent auf Wind-, Sonnen- und Wasserkraft basiert. Das liest sich erstmal nüchtern und könnte so auch auf einem x-beliebigen Parteitag irgendeiner halbwegs grünen oder sozialdemokratischen Partei vorgetragen werden, zumal das alles letztenendes Forderungen an Regierungen sind, entsprechende Gesetze zu schaffen. Aber zum Glück bleibt Pollin, sekundiert von Chomsky, nicht dabei stehen: Beide sehen, dass „Klimaschutz“ allein nicht genug ist und dass Klimagerechtigkeit ein maßgeblicher Bestandteil aller Bestrebungen sein muss, die Klimakatastrophe aufzuhalten. Desweiteren sehen sie in den Folgen dieses globalen Umbaus eine Chance für die Weiterentwicklung der Gesellschaft hin zu einer freieren, dezentraleren, gerechteren, ökologischeren Weltgesellschaft. Ich kann ihnen da nur beipflichten und kam in meinem Text System Change, not Climate Change? Die befreite Gesellschaft und die kommende Klimakatastrophe in Teilen zu ähnlichen Gedanken.

Der Kampf muss – und kann – an allen Fronten geführt werden.
Noam Chomsky

Im ersten Kapitel gehen Chomsky und Pollin auf das Wesen und die Auswirkungen der Klimakatastrophe ein und machen deutlich, dass sie die größte Bedrohung für die Existenz der Menschheit seit der atomaren Aufrüstung ist.

Im zweiten Kapitel zeigen sie deutlich auf, dass der Kapitalismus im Gewand des Neoliberalismus gepaart mit irrationalen Entscheidungen der Herrschenden die Ursache für die Misere ist. Hier wird der us-amerikanischen Schwurbler*innen-Partei die Republikaner eine besondere Bedeutung beigemessen.

Das dritte Kapitel skizziert dann den Global Green New Deal Pollins und jongliert mit gut belegten Zahlen zu Emissionswerten, Geldmengen etc. Hier wird deutlich, dass das Ganze Hand und Fuß hat und mit politischem Willen umsetzbar wäre. Es wird auch auf die Ideen der Degrowth-Bewegung eingegangen und solidarische Kritik an ihr geübt.

Wie es geschafft werden kann, Menschen für die Rettung des Planeten zu gewinnen, wird im vierten Kapitel behandelt. Leider ist dieser Teil, der meiner Meinung nach der wichtigste ist, auch der kürzeste und bleibt eher allgemein. Dennoch endet das Buch mit positiven Beispielen von sowohl graswurzlerischen Bewegungen wie auch staatlichen Maßnahmen.

Mir gefällt an diesem Buch, dass Pollin und Chomsky alle Menschen mitnehmen wollen und sehr darauf bedacht sind, dass der Umbau hin zu einer Null-Emissions-Wirtschaftsweise immer unter dem Gesichtspunkt der Klimagerechtigkeit und der Gerechtigkeit allgemein geschehen muss: Er erkennt die Lebensrealitäten der Menschen an, die in den allermeisten Fällen von Lohnarbeit, Prekariat und Armut geprägt sind. Besonders in den Ländern, die am wenigsten zur Klimakatastrophe beitragen aber schon jetzt am meisten unter ihr leiden. Bei aller Nüchternheit des Textes enthält er dennoch eine gute Prise Utopie – Ausblicke auf eine gute Zukunft für alle – und das macht mir Mut. Und Mut brauchen wir alle, mich verlässt er immer wieder seit den Coronajahren und der immer greifbarer werdenden Klimakatastrophe und dann bin ich froh, so ein Buch zu lesen.

Der Green New Deal ist meiner Ansicht nach der einzige Ansatz zur Klimastabilisierung , der auch in der Lage ist, den anstieg der Ungleichheit umzukehren und damit den globalen Neoliberalismus und den aufsteigenden Neofaschismus zu bezwingen.
Robert Pollin

C.J. Polychroniou (Hrsg.), Noam Chomsky und Robert Pollin

Die Klimakrise und der Global Green New Deal

145 Seiten

ISBN: 978-3-89771-298-0

14,00 €

Unrast Verlag
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Die letzten drei Atomkraftwerke in Deutschland sind ausgeschaltet https://nigra.noblogs.org/post/2023/04/16/die-letzten-drei-atomkraftwerke-in-deutschland-sind-ausgeschaltet/ Sun, 16 Apr 2023 19:05:30 +0000 https://nigra.noblogs.org/?p=3496 Weiterlesen ]]> Nach 63 Jahren laufender Atomreaktoren wurden gestern die letzten drei verbliebenen AKWs Neckarwestheim 2, Isar 2 und Emsland in Deutschland abgeschaltet.

Die Geschichte der Nutzung der Atomenergie ist ohne den massiven und über Generationen anhaltenden Widerstand gegen sie nicht denkbar. In Whyl, Brokdorf, Wackersdorf und bei den langjährigen Protesten gegen die Castortransporte wurden unzählige Menschen politisiert, spürten Selbstwirksamkeit und Solidarität in einer immer krasser durchkapitalisierten und entsolidarisierten Gesellschaft und erkannten, dass es so wie es ist, nicht bleiben darf.

Die Katastrophe von Fukushima beschleunigte den Ausstieg: Unter der Merkelregierung wurde er im Angesicht der Kernschmelze in Japan im Jahr 2011 beschlossen und nun endlich gegen den Widerstand unbelehrbarer Marktradikaler und faktenresistenter Jammerlappen umgesetzt.

Geradezu zynisch mutet es an, dass heute im finnischen Eurajoki der mächtigste Atomreaktor Europas in Betrieb genommen wurde. Mit Zustimmung der dortigen Grünen soll die Atomkraft noch weiter ausgebaut werden und das unter dem Deckmantel des Klimaschutzes. Weltweit befinden sich dutzende AKWs im Bau und der Planung. Und deutsche Konzerne verdienen sich weiterhin eine goldene Nase dabei.

Wir sind immernoch erst dann zufrieden, wenn alle Atomanlagen weltweit abgeschaltet sind.
Solidarität mit den Widerständischen überall.

 

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Atomkraft? Wollen wir nicht. Nirgendwo. https://nigra.noblogs.org/post/2021/12/31/atomkraft-wollen-wir-nicht-nirgendwo/ Fri, 31 Dec 2021 18:35:29 +0000 https://nigra.noblogs.org/?p=3290 Weiterlesen ]]> Im Laufe des heutigen Abends werden die Atomkraftwerke Grohnde, Brokdorf und Grundremmingen C endlich vom Netz genommen und stillgelegt. Im nächsten Jahr sollen die letzten drei AKWs in Deutschland abgeschaltet werden. Es war ein langer Weg und ein langer Kampf, der durch die Atomkatastrophe in Fukushima im Jahr 2011 beschleunigt wurde.

In Deutschland wird dann keine AKWs mehr betrieben, aber nach wie vor mischen deutsche Konzerne mit im boomenden globalen Markt. Die Stimmen, die in der Atomkraft ein Mittel zur Abwendung der Klimakatastrophe sehen, werden lauter. So setzen z.B. Frankreichs und Großbritanniens Regierungen verstärkt auf die ineffiziente, unglaublich teure und natürlich nach wie vor unsichere Energiegewinnung. Und auch die Endlagerfrage für den Jahrtausende strahlenden Müll ist in keinem Land der Erde beantwortet. Und an vielen geplanten  „Endlagern“ gibt es Widerstand.

Wir sind erst zufrieden, wenn alle Atomanlagen weltweit abgeschaltet sind.
Solidarität mit den Widerständischen überall.

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Das Ende des AKW Fessenheim https://nigra.noblogs.org/post/2020/06/30/das-ende-des-akw-fessenheim/ Tue, 30 Jun 2020 07:31:22 +0000 https://nigra.noblogs.org/?p=3056 Weiterlesen ]]> In der gestrigen Nacht wurde das Pannen-Atomkraftwerk Fessenheim nach 42 Jahren endlich und endgültig vom Netz genommen.

Schon als erste Planungen Anfang der 1970er Jahre zum Bau des AKW bekannt wurden, gab es Proteste und Widerstand dagegen. Auf beiden Seiten des Rheins gab es Gruppen, unzählige Aktionen, Demos mit vielen Tausend Menschen und einen Piratensender (aus dem später Radio Dreyeckland hervorging), die sich gegen das AKW wandten. Trotzdem wurde es – anders wie das geplante AKW in Wyhl – gebaut und in Betrieb genommen. Fessenheim hält wohl den unrühmlichen Rekord der AKW-Pannen: Weit über 200 wurden offiziell bekannt. Ab den 2000er Jahren gab es immer wieder Versprechen diverser französischer Präsidenten, das AKW vom Netz zu nehmen. Was leider nie geschah (und auch niemensch wirklich verwundert hat).

Ich weiß nicht, auf wie viel Demos und Aktionen für die Stilllegung ich im Laufe der Jahre war (z. B. 1, 2, 3). Endlich ist der Schrotthaufen Geschichte.

Für die sofortige Abschaltung aller Atomkraftwerke weltweit.

 

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Strasbourg: Über 500 Menschen gegen Atomenergie und im Gedenken an Fukushima https://nigra.noblogs.org/post/2017/03/12/strasbourg-ueber-500-menschen-gegen-atomenergie-und-im-gedenken-an-fukushima/ Sun, 12 Mar 2017 18:16:54 +0000 https://nigra.noblogs.org/?p=2002 Weiterlesen ]]> Am sechsten Jahrestag der Atomkatastrophe im japanischen Fukushima gingen im elsässischen Strasbourg im Rahmen des Aktionswochenendes „Für die Zukunft unserer Kinder – Gegen Atomkraft“ über 500 Menschen auf die Straßen, um gegen Atomenergie, für die Schließung des maroden AKWs in Fessenheim und in Solidarität mit dem Widerstand in Bure zu demonstrieren.

Am elften März 2011 löste ein Seebeben vor der Küste Japans einen Tsunami aus, in dessen Folge es zu mehreren Kernschmelzen im Atomkraftwerk Fukushima Daiichi kam. Noch heute, sechs Jahre später, kämpfen die Menschen in Japan gegen die Folgen dieses Super-Gaus und gegen die ignorante Haltung der Behörden, der Politik und des Energiekonzerns Tepco.
Eine Folge der Katastrophe in Japan war der schnell beschlossene Ausstieg aus der Atomenergie in Deutschland. In Frankreich sieht es leider anders aus. Von einem Ausstieg kann hier noch lange keine Rede sein, liefern die Atomkraftwerke dort noch immer um die 80 % des Stroms. Widerstand gab und gibt es aber auch in Frankreich, sei es in den 1970er Jahren gegen das geplante AKW im deutschen Whyl, sei es gegen das seit 25 Jahren von der ANDRA geplante Atommülltieflager CIGÉO in Bure (1, 2) oder hier in der Region gegen das unfallanfällige AKW in Fessenheim direkt am Rhein.

So trafen sich am gestrigen Samstag über 500 Menschen von beiden Seiten des Rheins auf dem Place Adrien Zeller in Strasbourg. Eine Samba-Gruppe aus Stuttgart und eine Band aus Bure sorgten für Musik, französische und deutsche Reden wurden verlesen. Diverse große NGOs und Parteien waren am Start, den Großteil der Menge machten aber langjährige Aktivist*innen aus der Ökologie- und linken Bewegung aus. Die Demo zog mit vielen Transparenten, Fahnen, Schildern und selbstgebastelten Atommüllfässern zur Zwischenkundgebung auf dem Place de la Republique. Dort wurde am Mahnmal für die Toten der beiden Weltkriege ein Kranz für die Opfer der Atomindustrie niedergelegt und verschiedene Reden gehalten.

Weiter ging es zur Abschlusskundgebung auf dem Place Kleber, wo ein Infostand über den Widerstand gegen Atomkraft informierte, die Atommüllfässer zu einer Mauer aufgebaut wurden, Reden gehalten wurden und eine Band spielte.

Alles in allem eine gelassene Demo, die bei schönstem Wetter ihr Anliegen unter die Leute bringen konnte. Viele dieser Leute reagierten auf das Anliegen mit Ablehnung oder sogar dem gestreckten Mittelfinger: Frankreich ohne Atomenergie? Undenkbar!

Eine Handvoll Anarchist*innen hielt ein Transparent und verteilte zweisprachige Flugblätter, die beide inhaltlich nicht bei der Forderung nach dem Atomausstieg stehen blieben, sondern den Ausstieg aus dem Kapitalismus und eine herrschaftsfreie Gesellschaft forderten. Das gefiel nicht jedem*jeder. Mir schon.

Vom seit Monaten andauernden Ausnahmenormalzustand in Frankreich war wenig zu spüren und zu sehen. Die Demo wurde von nur wenigen Bullen begleitet und in Ruhe gelassen. Ab und zu waren Bullen und Soldat*innen mit Maschinengewehren zu sehen, so z.B. an der Synagoge, am Place Kleber und am Hauptbahnhof.

Am heutigen Sonntag sollte vor dem AKW Fessenheim eine Versammlung mit anschließender Demo stattfinden.

Antinucleaire!
Anticapitaliste!
Anarchiste!

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schwanau-gerstheim: kundgebung und brückenblockade. alle akw’s stilllegen. jetzt. https://nigra.noblogs.org/post/2016/04/24/schwanau-gerstheim-kundgebung-und-brueckenblockade-alle-akws-stilllegen-jetzt/ Sun, 24 Apr 2016 14:39:04 +0000 http://nigra.noblogs.org/?p=1876 Weiterlesen ]]> über 100 menschen beteiligten sich am heutigen sonntag an der kundgebung und brückenblockade am deutsch-französischen grenzübergang schwanau-gerstheim und forderten die sofortige stilllegung des akw fessenheim und aller anderer atomanlagen weltweit.

am 26. april 2016 jährt sich der super-gau im atomkraftwerk von tschernobyl zum 30sten mal. die katastrophe in fukushima, japan ist knapp fünf jahre her. aber immer noch und trotz dieser statistisch nur alle 10 000 jahre vorkommenden größten anzunehmenden unfälle sind weltweit über 400 atomreaktoren in über 30 ländern am netz und produzieren tödlichen strom. ca. 16 000 atomwaffen besitzen die neun atommächte usa, russland, großbritannien, frankreich, china, indien, pakistan, israel und nordkorea zusammen. mehr als genug, um uns alle mehrfach in unsere bestandteile zu zerlegen.

am heutigen sonntag fanden auf zwei brücken in der ortenau und dem elsass ähnliche aktionen statt, die sich auf der einen seite gegen den wahnsinn der atomkraft und der atomwaffen richteten, auf der anderen für die ausweitung der erneuerbaren energien einsetzten: kehl-strasbourg und eben schwanau-gerstheim. desweiteren waren aktionen in sasbach-marckolsheim, basel, chalampe-neuenburg, kaiserstuhl(ch)-hohentengen und breisach-neu-breisach geplant. die ortenau, freiburg und das elsass wären besonders stark betroffen, wenn sich im maroden, 39 jahre alten atomkraftwerk fessenheim ein super-gau ereignen würde. staatspräsident hollande hatte versprochen, das akw ende 2016 stillzulegen. inzwischen wurde dieses versprechen mehrfach gebrochen und wir sind beim jahr 2018 angelangt. fessenheim, das von edf, enbw und schweizer konzernen betrieben wird, ist besonders anfällig für störungen und unfälle: erst im märz 2016 wurde bekannt, dass ein unfall vom april 2014 weitaus schwerer war, als bekanntgegeben. das wahre ausmaß wurde bewusst verschwiegen und die öffentlichkeit somit ein weiteres mal angelogen.

auf der brücke schwanau-gerstheim kamen um 12 uhr über 100 menschen zusammen, junge und alte, von beiden ufern des rheins. nach zwei redebeiträgen (1, 2) der gruppe antiatom ortenau und der anarchistischen initiative ortenau begaben sich die meisten leute auf die fahrbahnen und blockierten so den grenzübergang. ein musiker*innentrio animierte zu einem kreistanz und eine trommelcombo gab ihr bestes, inklusive spontaner gesangseinlagen. an die ungeduldigen autofahrer*innen wurden flyer verteilt und es wurde das gespräch mit ihnen gesucht. zu einer unschönen szene kam es, als einem autofahrer der geduldsfaden riss und er mit dauerhupe im schritttempo in die menge fuhr. nach einer kurzen eskalation mit der üblichen klischeeaufforderung „geht doch mal arbeiten“ und einer rangelei, beruhigte sich die lage schnell wieder und die autos wurden nach und nach durchgelassen, um keine menschen zu gefährden.

die bullen war nur spärlich anwesend: jeweils ein streifenwagen der landespolizei und der gendarmerie zeigten sich.

für die abschaltung aller atomanlagen weltweit.
für eine dezentrale, ökologische energieversorgung.
…und, ja, für die anarchie.

[bilder zum vergrößern anklicken]

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gǎi dào 改道 nr. 45 / anarchistisches treffen in japan https://nigra.noblogs.org/post/2014/09/06/gai-dao-%e6%94%b9%e9%81%93-nr-45-anarchistisches-treffen-in-japan/ Sat, 06 Sep 2014 10:42:46 +0000 http://nigra.noblogs.org/?p=1385 Weiterlesen ]]> [am ersten september ist die aktuelle ausgabe der gǎi dào 改道 erschienen. der inhalt erstreckt sich von kuba über japan bis in den hambacher forst, von christlichem anarchismus über freien sperrmüll zur psychlogosierung des nationalismus. und das ist nur eine auswahl. also mal wieder ein umfangreiche, lesenswerte ausgabe. abonnieren könnt ihr die druckversion hier und online lesen hier.

von mir gibt es eine kleine übersetzung zum „treffen am sechsten august“ 2015 in japan, die ihr unten lesen könnt.]

Das „Treffen am Sechsten August“ in Hiroshima 2015

Die Vereinigung für Anarchistische Studien in Hiroschima entschied beim diesjährigen „Treffen am Sechsten August“, eine große Bandbreite von am Anarchismus interessierte Menschen aus Japan oder von außerhalb zum „Treffen am Sechsten August“ 2015 einzuladen. Der Grund ist der 70. Jahrestag des Atombombenabwurfs auf Hiroshima und Japans Niederlage im Zweiten Weltkrieg.

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Die Gruppe für Anarchistische Studien Kansai, die diese Einladung begrüßt, hat entschieden, sich gemeinsam mit der Forschungsgruppe für Anarchismus Hiroshima an der Organisation des „Treffens am Sechsten August“ einzubringen. Sie richten ihre Einladung speziell an am Anarchismus interessierte Menschen, die nicht aus Japan kommen. Die Gruppe für Anarchistische Studien Kansai nimmt Anmeldungen zum „Treffen am Sechsten August“ 2015 entgegen. Falls du teilnehmen willst, kontaktiere uns bitte über unten stehende E-Mail-Adresse. Wir nehmen auch Anmeldungen von Gruppen oder Einzelpersonen entgegen, die sich vorstellen können, die Veranstaltung mit uns gemeinsam zu organisieren.

Und wir suchen Menschen, die Englisch in Japanisch und Japanisch in Englisch übersetzen können, die Menschen aus dem Ausland unterstützen können und die beim Aufbau des Veranstaltungsortes und bei anderen organisatorischen Aufgaben helfen wollen.

Wir suchen speziell Menschen, die in oder in der Gegend von Hiroschima leben und die sich während des kommenden Jahres mit Mitgliedern der Forschungsgruppe für Anarchismus Hiroshima unterhalten können. Falls du daran Interesse hast, melde dich bitte bei unten stehender E-Mail-Adresse.

Auch wenn das Programm für das Treffen noch nicht feststeht, planen wir ab dem Morgen bis zum Abend in der Innenstadt von Hiroschima eine Demonstration, ein Treffen mit Diskussionen und Vorträgen zur anarchistischen Bewegung in Japan und in der ganzen Welt.

Die Gruppe für Anarchistische Studien Kansai plant hauptsächlich Vorträge aus Sicht akademischer Forschung.

Wir suchen gesprochene Vorträge auf Japanisch und Englisch, die ca. 20 Minuten dauern. Die Themen sollten mit dem Sechsten August zu tun haben: z.B. Hiroschima und Anarchismus, Atomwaffen/Atomenergie und Anarchismus, Krieg und Frieden und Anarchismus.

Wir freuen uns auf eure Teilnahme. Lasst uns am Sechsten August 2015 in Hiroschima zusammenkommen.

Kontakt-E-Mail-Adresse: joh.most@gmail.com

Web: https://kansaianarchismstudies.blogspot.jp/

 

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black and green forum auf den philippinen – „anarchismus: ökologische krise, klimawandel und direkte aktion“ https://nigra.noblogs.org/post/2013/04/25/black-and-green-forum-auf-den-philippinen-anarchismus-okologische-krise-klimawandel-und-direkte-aktion/ Thu, 25 Apr 2013 21:47:00 +0000 http://nigra.noblogs.org/?p=996 Weiterlesen ]]> [ diesen text habe ich aus dem englischen ins deutsche übersetzt. die englische version findet ihr hier.]

black and green forumdies ist das offizielle statement des black and green forum auf den philippinen vom märz 2013. wir wollen diesen in unseren augen wichtigen kampf und die informationen über ihn teilen.

 falls leute ihn ins deutsche übersetzen wollen, würden wir das sehr begrüßen. [erledigt.]

 

solidarität mit allen menschen überall auf der welt.

freiheit für eat und billy und alle gefangenen menschen.

solidaritätsstatement vom black and green forum und dem zweiten solidaritäts-öko-camp auf den philippinen

der hintergrund des öko-camps

das öko-camp wird von der mobile anarchist school mit der unterstützung des local autonomous network (lan) organisiert, die beide auf den philippinen aktiv sind.

im april 2012 fand das erste camp in tanay rizal, philippinen, statt.

es wurde von verschiedenen kollektiven und einzelpersonen besucht. insgesamt nahmen ca. 40 menschen an den verschiedenen aktionen und diskussionen im camp teil.

das ziel des öko-camps war es, die verschiedenen probleme unserer gegenwärtigen gesellschaft zu diskutieren und solidarische aktionen zu finden, die uns dabei helfen können, unsere themen nach außen zu tragen und sie in der öffentlichkeit bekannt zu machen.

nach einer reihe von aktivitäten im jahr 2012, entschied sich lan wegen der immer sichtbareren auswirkungen der krise auf die inselgruppe dazu, seine aktivitäten zu ökologischen themen auszuweiten.

das zweite öko-camp wurde von lan und der mobile anarchist school im märz 2013 organisiert, um unsere bildungskampagne auszuweiten und die beziehungen zu anderen bezugsgruppen zu stärken und ein internationales netzwerk zu bilden, das besser in der lage ist, unseren einfluss zu intensivieren, indem es globale solidaritätsaktionen durchführt.

wir luden anarchist_innen aus indonesien, deutschland, griechenland, japan und den usa ein, um mit uns gemeinsam auf den philippinen für sechs tage unsere erfahrungen und ideen auszutauschen und die möglichkeit zukünftiger aktionen zu diesen wichtigen themen im detail zu diskutieren.

die erste veranstaltung waren das black and green forum, das bildungsarbeit anbietet und die öffentlichkeitskampagne der lan und ihre ziele, analysen zu ökologischen themen , basierend auf einem nichthierarchischen und antiautoritären rahmen und alternativen zu teilen, wie es schon von anarchistischen und autonomen aktivist_innen auf einer lokalen und internationalen ebene getan wurde.

das black and green forum wurde in zusammenarbeit mit dem third world studies center- university of the philippines (twsc – up) durchgeführt. der titel lautete „anarchismus: ökologische krise, klimawandel und direkte aktion“

im wissen, dass food not bombs eine der wirksamen methoden der antiautoritären aktionen ist, wurde nach dem black and green forum eine aktion organisiert, um informationen zu geschichte, erfahrung und einblick der globalen food not bombs bewegung zu verbreiten.

nach den zwei veranstaltungen in quezon city, sahen sich aktivist_innen die industrieabwassereinleitung in schmale buchten und zuflüsse des laguna lake an.

am nächsten tag trafen sich aktivist_innen ein weiteres mal zum zweiten solidaritäts-öko-camp in tanay, rizal.

die aktivitäten liefen in der verabschiedung dieses gemeinsamen statements zusammen, in welchem der genaue kontext der meisten zustände vor ort (im detail weiter unten im text) kritisch diskutiert wurden.

der bergbau zeigte sich wegen seinen unterschiedlichen sozialen und die umwelt betreffenden einflüssen als eines der hauptthemen, mit welchem sich das netzwerk in seinen einzelnen regionen beschäftigte.

aber im allgemeinen antworten autonome und anarchistische aktionen auf vielfältige und zusammenhängende soziale und ökologische themen.

die philippinen

die massive zerstörung des ökosystems der inselgruppe hängt direkt mit den investitionen von konzernen zusammen, die vorhaben, die natürlichen rohstoffe abzubauen, um mehr gewinn zu machen.

die an den rand gedrängten gemeinwesen im globalen süden, genauso wie die mehrheit der städtischen und ländlichen gemeinwesen auf den philippinen erleben ständig die negativen auswirkungen der zerstörung der natur. der klimawandel fordert jedes jahr 300.000 leben, er richtete schäden in milliardenhöhe an und er verursachte massive verluste in mehreren bereichen, wie z.b. in der landwirtschaft. überschwemmungen und erdrutsche wurden zur normalität und die regierung hat gezeigt, dass sie sich nicht um langfristige lösungen kümmern wird.

trotz des sehr zerstörerischen und gefährlichen einflusses des bergbaus, erlaubte ihn die regierung und gab den konzernen sogar mehr anreize. die korrupte regierung geht den zerstörerischen vorhaben dieser profithungrigen einrichtungen mit entsprechenden gesetzen und beugehaftprozessen zur hand.

bergbaukonzerne auf den philippinen wie z.b. sagittarius mines/xtrata, philex und viele andere sollten für die zerstörung der umwelt, die ermordung von menschen und umsiedelung von ortschaften haftbar gemacht werden. die genannten konzerne und ihresgleichen sollten von der inselgruppe gejagt und gezwungen werden, für die von ihnen begangenen schäden und die gewalt zu bezahlen.

ganz allgemein werden seen, flüsse, buchten, wälder (hochland und mangroven) und andere ökosysteme zu gunsten der kapitalist_innen und zum schaden der an den rand gedrängten gemeinwesen genutzt und ausgebeutet.

wir ermutigen die menschen und das gemeinwesen dazu, direkte aktionen durchzuführen, um ihre leben zurückzugewinnen, indem sie ihren eigenen lebensraum schützen.

gerechtigkeit für die opfer der staatsgewalt

wie jede regierung auf der welt ist die philippinische republik schuldig, menschen hingerichtet zu haben, sowohl politische aktivist_innen wie auch unbeteiligte. die philippinische regierung gewährt kriminellen unterschlupf, die leute terrorisieren und ausrauben. die philippinische nationalpolzei (pnp) und das militär (armed forces of the philippines; bewaffnete kräfte der philippinen) sollten die bevölkerung schützen. aber wir sind uns alle bewusst, dass diese institutionen die würde und das leben der bevölkerung missachten. und sie kommen damit durch.

kontakt: e-mail:aschool@riseup.net

links
onsiteinfoshopphilippines.wordpress.com
ebinfoshop.surestepintegral.com
unitedmedianetwork.wordpress.com
mindsetbreakerpress.blogspot.com

indonesien

die geschichte indonesiens ist eine geschichte des landwirtschaftlichen konflikts, der in der kolonialzeit anfing und bis heute anhält. konflikte, die ungelöst bleiben oder die sogar absichtlich kultiviert werden, um strukturen zu stärken, die den politischen und wirtschaftlichen eliten dienen. und dann, als teil dieser konflikte, werden gewalttaten von staatlichen sicherheitskräften gegen die bevölkerung bekannt, legitimiert im namen des gesetzes. wenn bäuer_innen und die, die die rechte der bevölkerung verteidigen, strafrechtlich verfolgt, terrorisiert, eingeschüchtert, eingesperrt oder erschossen werden, sind das deutliche beispiele dafür, dass der staat es bevorzugt, seine probleme mit gewalt zu lösen.

gleichzeitig werden die menschen, die der expansion des kapitals im weg stehen, selbst als gewalttätig bezeichnet, unter dem vorwand, dass die staatlichen sicherheitskräfte nur für sicherheit und stabilität sorgen (für das kapital).

eine andere quelle der gewalt kommt von jenen teilen der gesellschaft, deren diskurs den des staates und der konzerne unterstützt. mit ihren parolen über widerstand (sie sagen, dass widerstand gewaltfrei sein sollte), die bedeuten, dass die menschen nichts tun im angesicht des verrates durch den staat. die aktionen, die die menschen durchführen, um das zu verteidigen oder zurückzuerobern, was ihnen gehört, sind keine gewalt. es ist ihr kampf, genau wie in der kolonialzeit, als die menschen zu den waffen griffen, um ihre unabhängigkeit zu verteidigen.

das forum for communication between agrarian communities (fkma; forum für die kommunikation zwischen den landwirtschaftlichen gemeinwesen) wurde konzipiert, formuliert und gegründet von bäuer_innen und gemeinwesen, die zu opfern der geheimen absprache zur vergrößerung der landwirtschaftlichen ressourcen (lebensraum) zwischen staat und konzernen wurden.

japan
zerstörung der umwelt durch konzerne und den staat (bergbauprojekt und radioaktive verseuchung)

der unfall im atomkraftwerk fukushima daiichi ist das zweitgrößte atomdesaster nach tschernobyl. ungefähr 30.000 menschen starben durch den unfall und gegenwärtig sind immer noch 150.000 menschen durch einen regierungsbefehl oder ihre eigene wahl evakuiert. eine gewisse zahl dieser menschen kann wegen der starken radioaktiven verseuchung  nie wieder in ihre heimatstadt zurückkehren.

auch wenn der unfall durch ein starkes erdbeben und einen tsunami ausgelöst wurde, war es definitv ein menschengemachtes desaster. das bedeutet, dass ein stromkonzern und die nationalregierung verantwortlich sind wegen einer reihe von fehleinschätzungen, unterstützt von einem „mythos der sicherheit“, wie die höhe eines möglichen tsunamis, der möglichkeit eines „kraftwerksausfalls“ und der dauer von stromausfällen. hinzu kommen verwirrende und irreführende informationen und auch eine vorsätzliche unterschlagung von informationen.

vor diesem hintergrund gibt es das „atomic village“ oder den „atomic circle“, eine sehr geschlossene verbindung zwischen politiker_innen, regierungsbüros, akademiker_innen, industriellen führungskräften und den medien.

japan hatte keine wirklich unabhängige behörde für atomare angelegenheiten. dieses desaster zeigte deutlich, dass japans gesellschaft ganz einfach vom wirtschaftlichen wachstum bestimmt und von der staatspolizei geführt wird.

als antwort auf all diese vorfälle fanden unerwartet große proteste gegen die atomare gesellschaft in japan statt, um unser schicksal wieder in unsere eigenen hände zu nehmen. die kämpfe dauern an.

[ weitere informationen zu den protesten ] genpatsu yamero demo: http://911shinjuku.tumblr.com/
metropolitan coalition against nukes: http://coalitionagainstnukes.jp/

deutschland

der deutsche staat als einer der mächtigen führer in europa und auch der welt muss seine kapitalistischen interessen mit allen notwendigen mitteln verteidigen. in der anhaltenden wirtschaftskrise in europa ist deutschland auf der einen seite hauptverantwortlich für die tragische situation in ländern wie griechenland, spanien oder portugal, wo armut und sozialer ausschluss jeden tag zunehmen. auf der anderen seite profitieren der staat und einige der großen konzerne von dieser wirtschaftlichen situation.

aber was eines der hauptthemen (bergbau) im öko-camp angeht: die deutsche wirtschaft nimmt aktiv teil am raubbau der natürlichen rohstoffe überall auf der welt und natülich auch auf den philippinen.

seit über 10 jahren vergibt die commerzbank kredite an den bergbaukonzern lepanto, um den goldabbau in der region von cordillera zu unterstützen.

diese gegend und die menschen dort sind stark von der umweltverschmutzung betroffen. in der gegend von tampakan in mindanao wurde von dem großen schweizer bergbaukonzern xstrata ein gold- und kupferprojekt entwickelt. eine der anteilseigner_innen ist die deutsche bank. diese bank gab auch kredite an atlas consolidated, um deren kupfermine in toldeo city, cebu, zu finanzieren. aber auch andere große konzerne, wie zum beispiel dhl, versuchen reichliche gewinne mit diesen dreckigen ökonomischen praktiken zu machen.

einige zusätzliche anmerkungen sollten hervorheben, dass deutschland versucht, seine führende stellung so gut wie möglich zu festigen. deutschland und seine militärischen kräfte greifen in verschiedene internationale konflikte ein, wie zum beispiel in afghanistan, syrien oder seit einigen wochen in mali.

desweiteren nimmt deutschland an der entwicklung von neuen strategien moderner kriegsführung zur kontrolle sozialer aufstände teil. in der mitte des landes befindet sich das am besten ausgerüstete übungszentrum für kriegsübungen und aufstandsbekämpfung. aber neben dieser praxis der prävention tun sie alles, um mögliche feinde zu bekämpfen. überwachung, repression und polizeigewalt sind nur einige mittel, um ihre macht zu sichern.

der kampf gegen kapitalismus ist global.
für internationale solidarität.

lasst uns das feuer der revolte entfachen.
für die soziale revolution!

usa

die vereinigten staaten befinden sich in den letzten tagen des empires und verstärken eine krise gegen die bevölkerung. die volkszählung von 2010 zeigt, dass eine_r von zwei us-amerikaner_innen ums überleben kämpfen. mehrere millionen menschen sind obdachlos und die hälfte aller gefangenen sind in us-knästen eingesperrt. während die beiden politischen parteien so tun, als ob sie sich über politik streiten würden, teilen sie in wahrheit die selben ziele: die multinationalen konzerne zu unterstützen.

seit die us-amerikaner_innen sich in einer periode befinden, die die finale umverteilung des reichtums von den steuerzahler_innen auf die eliten sein könnte, ergreifen die behörden jede maßnahme, um ihre interessen vor zivilen unruhen zu schützen. bundes- und bundesstaatsregierungen fahren eine politik zur unterstützung der steigerung des bergbaus, der erdölgewinnung, des holzeinschlags und vieler anderer ökologisch schädlicher aktivitäten, die aber auch widerstand inspirieren. neue gesetze geben dem präsidenten die macht, jede_n ohne gerichtsverfahren, einschließlich us-amerikaner_innen, zu töten oder gefangen zu halten. zum ersten mal seit dem bürgerkrieg ist das militär dazu ermächtigt, krieg gegen die us-amerikanische bevölkerung zu führen. die ortspolizei wurde mit neuer ausrüstung, neuen trainingsmethoden und vollmachten militarisiert.

die derzeitige ökonomische krise hat eine neue welle von anti-obdachlosen-gesetzen und andere formen der kriminalisierung der armen ausgelöst. die überwachungstechnik ist so ausgeklügelt, dass die behörden in der lage sind, nahezu jegliche elektronische kommunikation und fast jede bewegung aller menschen, die als bedrohung angesehen werden, zu überwachen.

proteste gegen die politk des staates und gegen die konzerne gab es immer wieder in den vereinigten staaten, aber occupy wallstreet überraschte sowohl die aktivist_innen wie auch die sicherheitsbehörden. viele menschen, die es niemals in betracht gezogen hatten, an einem protest teilzunehmen, wurden dazu gebracht mitzumachen, weil sie persönlich betroffen waren. viele der neuen protestierenden hatten obama im glauben gewählt, dass er einen wechsel bringen würde. aber er führte die politik weiter, die dazu führte, dass sie ihre jobs und ihr zuhause verloren. occupy wallstreet ängstigte die eliten sogar so weit, dass sie es verboten oder limitierten, nahrungsmittel in öffentlichem raum zu verteilen.

im späten dezember 2012 erhielt eine anwaltskanzlei für öffentliche belange fast 200 seiten fbi-dokumente, die zeigen, dass die obamaregierung beunruhigt war und aktivist_innen monate vor den besetzungen überwachen ließ. diese dokumente zeigen, dass das fbi in zusammenarbeit mit privaten sicherheitsfirmen störmanöver zur anwendung bringen wollte: bombenanschläge im namen von occupy und ein vorschlag, dass die menschen, die als führungspersonen angesehen wurden, mit schallgedämpften scharfschützengewehren getötet werden sollten. durch die zersetzung von occupy wurde der widerstand in den vereinigten staaten durcheinander gebracht. anstrengungen, sich wieder neu zu formieren, wurden durch verdeckte maßnahmen innerhalb der bewegung behindert.

nach den räumungen und der zerstörung der occupybewegung, konzentrierten viele aktivist_innen ihre aufmerksamkeit wieder darauf, die xl keystone pipeline, die starke zunahme des kohleabbaus, den ausbau von eisenbahnlinien und der riesenhäfen zu verhindern.

es gibt auch ein wachsen der proteste und der direkten aktionen gegen die starke zunahme des hydrofrackings, auch wenn bis jetzt noch keine breite sabotagekampagne in erscheinung getreten ist. fracking ist eine methode, bei der giftige chemikalien in die erde gepumpt werden, um erdöl oder erdgas an die oberfläche zu leiten. die verseuchung des trinkwassers und des umliegenden ökosystems treibt jetzt schon viele in die armut, da ihr land und ihr zuhause wertlos geworden sind. die krise wird immer düsterer werden, wenn die mehreren zehntausend bohrlöcher, die schon in betrieb sind, in den kommenden zehn jahren versiegen und der kleine gewinn geteilt mit örtlichen landbesitzer_innen ebenso verdunstet.

es ist sehr wichtig, dass die anarchist_innen und andere gegner_innen von konzern- und regierungsvorherrschaft damit beginnen, zusammen zu arbeiten und neue widerstandsstrategien ins auge zu fassen, während zur gleichen zeit systeme von gegenseitiger hilfe organisiert werden, da die wirtschaft weiterhin zusammenbricht und die repression zunimmt. weitere millionen werden obdachlos werden und der hunger wird in den usa mit sicherheit zunehmen. die neue polizeistaatliche politik wie die entsendung des militärs in lokale gemeinden, ausgereifte methoden der überwachung und der angekündigte einsatz von über 30.000 drohnen, die am us-amerikanischen himmel patrouillieren, werden den widerstand schwierig machen.

die öffentlichkeit mit gegeninformation erreichen und mit ihr arbeiten, um einige effektive widerstandsstrategien umzusetzen, während eine alternative zum versagenden system aufgebaut wird, wird reflektion und kritisches denken in der anarchistischen bewegung erfordern.

die jüngsten ereignisse wie die hurrikans katrina und sandy, die besetzungen, die zunahme von projekten wie gemeinschaftsgärten zeigen, dass die größte hoffnung für us-amerikaner_innen in den ideen der anarchistischen bewegung gefunden werden kann.

griechenland
die minen von halkidiki sind eine goldene möglichkeit, die nicht verpasst werden sollte“

erde, wasser und luft sind unbezahlbar und gehören uns allen. gold, auf der anderen seite, ist ein abstraktes konzept, das gerade heute an wert gewinnt, wenn es als „geld“ funktioniert, wenn es als gegengewicht zum nicht real existierenden geld benutzt wird, geld erdacht aus dünner luft, das vor drei jahrzehnten durch kreditgeschäfte und das börsensystem des spekulierens und wettens aufkam. wir müssen die tatsache hervorheben, dass nur zehn prozent der weltweit gewonnenen goldbestände in irgendeiner art und weise handfest genutzt wird. zur gleichen zeit ist die menge des goldes, das an börsen und im internationalen währungssystem als geld gehandelt wird, sieben mal größer, als die weltweit möglichen goldvorkommen.

„entwicklung und fortschritt“ ist das echo, das den meldungen über die goldminen, die windkrafträder auf den inseln von lesbos und limnos und die giftmüllverbrennungsanlagen in anderen gegenden folgt. all das und unzählige andere werden als gegenmittel zur krise präsentiert, derselben krise, die durch diese entwicklung geschaffen wurde. das beispiel der goldminen ist das extremste von all diesen „entwicklungsverbrechen im namen des fortschritts“, nicht nur wegen der tatsache, dass niemand versucht der zerstörung zu widersprechen, die sie verursachen, sondern auch weil – wie wir alle wissen – die multinationalen konzerne allen gewinn selbst einstecken werden, abgesehen von einer kurzfristigen , kleinen portion, die an eine paar hundert arbeiter_innen gehen wird.

desweiteren ist es kein zufall, dass dieser skandalöse transaktionsbetrug der northern-eastern halkidiki mines während einer phase des wohlstands geschah, zu einer zeit, als niemand aufmerksam war. die umsetzung des megaprojektes, die eigentliche errichtung der minen, wird jetzt vorangetrieben, mitten in der krise. hier sehen wir reiner erpressung ins angesicht: entweder wir nehmen so ein deutliches und direktes zerstörerisches angebot an, oder wir werden es nicht schaffen zu überleben.

das ganze problem mit kapitalistischem wachstum ist nicht nur einfach, dass da ein paar geschäftsleute und politiker_innen sind, die aus allen unglaubliche gewinne quetschen, und um das zu tun – immer im namen des profits – werden sie die umwelt zerstören, sondern die offensichtliche tatsache, dass über unser leben von einer internationalen geldmafia bestimmt wird, die menschen, tiere und die natur tötet. das wahre gesicht des fortschritts ist das eines teufelskreises, der ständig noch schärfere bedingungen vorschreibt, um jedesmal noch besser ausbeuten zu können.

die entwicklung (oder spezifischer: das bauprojekt) erreicht dies durch die zerstörung der gemeinden und die schwächung der individuen, indem sie immer enger und enger vor den karren dieses mechanismus von tot und zerstörung, kapitalismus genannt, gespannt werden. in der folge bringt der andauernde kollaps gewisse leute hervor, die beute der erpressung werden – weil sie so verzweifelt nach einfachen lösungen suchen, die ihren eigene interessen zu dienen scheinen – und vielleicht glauben, dass ihre interessen die gleichen sind wie die der multinationalen konzerne. sie kümmern sich nicht um die auswirkungen, die ihre wahl auf die gesamte gesellschaft hat. auswirkungen, die auch schon bald an ihre türen klopfen werden.

das sytem will uns außer gefecht setzen, so dass wir nicht für uns selbst entscheiden können. seine ganze existenz gründet sich darauf, ob wir uns dazu entscheiden, uns an den dynamischen motor des kapitalismus zu binden, um zu überleben oder vielleicht sogar ein stück vom kuchen des kapitalistischen wachstums abzubekommen.

falls wir dieser diktatur des geldes widerstehen wollen, falls wir eine andere welt aufbauen wollen, können wir uns dieser erpressung der krise nicht ergeben. sie bietet uns weitere desaster an und sie drängt uns in richtung eines verzweifelten strebens nach einem persönlichen rettungsschirm, während sie ganze gemeinden mit der kompletten zerstörung bedroht. wir könnten genausogut unsere zukunft irgendeinem heiland in die hände legen.

im gegenteil, wir müssen dafür kämpfen, um unsere gemeinsamen güter und ressourcen zu verteidigen. wir müssen für eine beendigung der aktivitäten dieser riesenkonzerne und all der gekauften politiker_innen kämpfen. wir müssen kämpfen, um die zerstörung der gemeinden der menschen zu verhindern.

gesellschaftliche solidarität, kollektives bewusstsein und menschliche werte sind unsere waffen.
wir müssen zusammenkommen und über folgende fragen diskutieren:

welche waren sind notwendig?
welches sind die werte, für die wir kämpfen sollten?
wie treffen wir entscheidungen?
wie können wir uns selbstorganisieren und verantwortung für unser leben übernehmen?

alle die weiterhin schweigen, sind mittäter_innen…

offene koordination von thessaloniki gegen die goldminen
http://nogoldthess.espivblogs.net/

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widerstand in concert: fessenheim stilllegen. jetzt. https://nigra.noblogs.org/post/2013/01/14/widerstand-in-concert-fessenheim-stilllegen-jetzt/ Sun, 13 Jan 2013 23:10:23 +0000 http://nigra.noblogs.org/?p=863 Weiterlesen ]]> 300 menschen auf der kundgebung „widerstand in concert“ für die sofortige stilllegung des akw fessenheim im französischen elsass

das akw fessenheim ist das älteste sich in betrieb befindliche atomkraftwerk in frankreich. betreiber_innen sind die französische edf, die deutsche enbw und die schweizer alpiq, axpo und bkw fmb energie.

schon während des baus ende der 1960er und im lauf der 1970er jahre kam es zu zahlreichen demonstrationen von menschen aus dem dreiländereck. konnte in der gleichen zeit durch ausdauernden protest und widerstand das geplante akw in wyhl auf der deutschen seite verhindert werden, gelang dies im elsass leider nicht. doch der protest gegen das marode bauwerk kam nie zum erliegen und hat viele menschen inspiriert: so ist z.b. im jahr der inbetriebnahme 1977 der piratensender radio verte fessenheim entstanden, heute besser bekannt unter dem namen radio dreyeckland.

nun soll das akw endlich für immer stillgelegt werden. ende 2016. der präsident hat’s gesagt…

schaut mensch sich die störfallliste des akws und die geologischen gegebenheiten des oberrheintals an, wird schnell klar: jeder tag, an dem es läuft, ist ein tag zu viel.

und die atomkraft ablehnenden menschen in frankreich sind skeptisch: wer weiß, ob der selbe kasper, der das versprechen zur stilllegung gab, 2016 noch am drücker sitzen wird? hinzu kommt, dass atomkraft in frankreich einen weitaus größeren stellenwert hat als in deutschland und der schweiz. ca. 80 % des stroms wird in atomkraftwerken erzeugt. ungleich mehr menschen gehen dort und in den beteiligten konzernen ihrer lohnarbeit nach. die arbeitsplatzkeule schlägt hart und unerbittlich zu. dazu kommt, dass die grande nation atomwaffen herstellt und besitzt und dadurch eine verquickung von industrie und militär/staat auch im nuklearen bereich besteht.

über 300 menschen aus frankreich, deutschland und der schweiz trafen sich in der nähe des fessenheimer akw, um deutlich zu machen, dass eine sofortige stilllegung der zeitbombe notwendig ist.

getreu dem motto „widerstand in concert“ bestand die aktion hauptsächlich aus musikalischen beiträgen und nur wenigen reden auf deutsch und französisch. kinder, junge und alte erwachsene, alte hasen und von fukushima politisierte menschen, musiker_innen und solche, die sich dafür hielten, trommelten, schepperten und sangen.

infostände und gespräche brachten einen auf den neuesten stand der situation in frankreich. tee, glühwein und feuer hielten warm.

leider fand die an sich gute und wichtige aktion abseits jeglichen publikums am wasserkraftwerk der edf statt, so dass eine außenwirkung ausblieb…

fessenheim stilllegen.
alle akws weltweit abschalten.
dezentrale, regenerative energieversorgung auf- und ausbauen.

yeah.

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